PANAMA 2018

„Oh wie schön ist Panama“ – in Anlehnung an den Kinderbuchklassiker von Janosch führte uns die dritte Zwettler Fischerstammtisch – Fernreise diesmal an die Pazifikküste Panamas. Unser Ziel war der Coiba Nationalpark in der Provinz Chiriqui, wo wir uns einen persönlichen Eindruck vom legendären Thunfischvorkommen machen wollten.

 

DIE VORBEREITUNG:

 

Als im Juli letzten Jahres das Angebot eines namhaften Angelreiseveranstalters für eine Panama-Tour in mein Postfach flatterte, kam diese Destination ganz plötzlich wieder ins Gespräch für unsere nächste Reise. Eigentlich war Panama ja schon 2016 unter den Favoriten, wurde damals aber knapp von Madagaskar vom 1. Platz „verdrängt“.

Panama ist leider auch nicht im Segment der „Billig-Reiseziele“ einzuordnen, was sich in den Tour-Preisen der Anbieter spiegelt. Also begann ich eine Panama-Tour auf eigene Faust zu planen, um die Kosten ein wenig überschaubarer zu halten.

Eine große Hilfe war ein Artikel im Sportfishing Magazine mit dem Titel „The Angler´s guide to Panama“ (https://www.sportfishingmag.com/fishing-guide-panama). Von den insgesamt 11 beschriebenen Anbietern kamen für uns schließlich 6 Camps in die engere Wahl.

Das Rennen machte schließlich die „Panama Sport Fishing Lodge“ (https://www.panamasportfishinglodge.com/) von John Delacruz. Diese Lodge bot als einziger Anbieter eine Option mit „Mutterschiff“ an, was im Endeffekt Ausschlag gebend für uns war. Mit dieser Möglichkeit war die Anfahrt zum Tuna-Hotspot No. 1, der Hannibal Bank, auf ca. 30 Minuten beschränkt. Alternativ muss bei Hin- und Rückfahrt zum Camp je nach Wind und Welle mit 1,5 bis 2 Stunden pro Strecke gerechnet werden. Da diese Fahrzeit zu Lasten der besten Angelzeit geht, entschlossen wir uns, den Aufpreis für das Mutterschiff in Kauf zu nehmen.

Der Kontakt mit unserem Anbieter war für „österreichische Verhältnisse“ etwas mühsamer als gewohnt, da die Reaktion auf Emails meistens einige Tage und auch mal Wochen auf sich warten ließ. Nachdem wir lediglich eine Anzahlung überwiesen hatten und für die Restzahlung „Cash vor Ort“ vereinbart war, wurde aber auch hier niemand nervös. Andere Angler die bereits vor Ort waren, versicherten mir aber wiederholt, dass das für Panama ganz normal sei – und sie sollten Recht behalten.

Wie auf Bestellung erreichte mich ein KLM-Newsletter, der Panama City um einen Super-Tarif anbot … und das auch noch im gesuchten Reisezeitraum April 2018. Der zusätzlich erforderliche Inlandsflug von Panama City nach David war preisgünstig bei Copa Airlines online zu buchen.

Was soll ich sagen, alles Weitere ist Geschichte und in kürzester Zeit waren wieder 4 Männer vom Zwettler Fischerstammtisch bereit für ein neues Abenteuer.

 

ANREISE:

 

Am 06.04.2018 ging es endlich los. Ich fuhr gemeinsam mit Giovanni zu Jürgen, der diesmal leider nicht mit von der Partie sein konnte. Er war aber so nett uns zum Flughafen zu chauffieren, wo wir Reinhard und Thomas trafen. Somit war das Team Panama 2018 komplett.

 

Noch ein Bierchen zum Abschied und auf zum Gate

 

Die Kurzstrecke nach Amsterdam flogen wir mit Transavia Aircraft und nach kurzem Aufenthalt in Amsterdam hoben wir mit KLM in Richtung Panama City ab. Bedingt durch die Zeitverschiebung von 7 Stunden kamen wir trotz einer Flugzeit von knappen 11 Stunden am gleichen Tag gegen 17.00 Uhr in Panama City an.

Da wir am nächsten Morgen sehr früh unseren Inlandsflug nach David gebucht hatten, quartierten wir uns nur wenige Minuten vom Flughafen entfernt im Hotel Riande Aeropuerto ein. Nachdem wir unser Gepäck in den Zimmern hatten, trafen wir uns noch auf ein paar Drinks und einen Snack an der Hotelbar.

Gerade als wir unser erstes eisgekühltes Corona bekamen, erhielt ich eine WhatsApp – Nachricht unseres Veranstalters. Er teilte uns mit, dass das vereinbarte, relativ luxuriös anmutende 110 ft. Mutterschiff gegen eine deutlich kleinere Bertram ausgetauscht wurde. Grund dafür war, dass sich die übrigen 6 angekündigten Passagiere als „Buchungsschlamperei“ des Camp Betreibers erwiesen hatten. Dafür gab es die Bertram „Mabea I“ exklusiv nur für unsere Truppe und ein Discount von ca. 10% war auch drinnen. Die Diskussion via WhatsApp nach der langen Anreise war aber mehr als mühsam. Wir ließen die Sache mal auf sich beruhen und waren gespannt, was uns am nächsten Tag erwarten würde.

Der Jetlag holte uns alle bereits um 03.30 Uhr aus dem Bett und um 05.00 Uhr standen wir wieder mit dem gesamten Reisegepäck vor dem Hotel, um auf unser Flughafen Shuttle zu warten. Der Shuttle war pünktlich da und 10 Minuten später waren wir auch schon wieder auf dem Flughafen.

Der Check-in gestaltete sich langwierig, da der Bedienstete von Copa Airlines nur sehr langsam in die Gänge kam. Mit etwas Geduld ging aber alles gut und auch die Kosten für unser gemeinsames Rutenrohr – das immerhin ca. 23,5 kg wog – waren mit 32 US-Dollar sehr überschaubar. Da fand ich die 32 US-Dollar für die 2 Kilo Übergepäck schon fast wieder überzogen. Aber egal, im Großen und Ganzen lief alles problemlos und wir begaben uns zur Sicherheitskontrolle für den Inlandsflug.

Dort lernten wir eine 3-köpfige deutsche Angeltruppe kennen. Ich war zugegeben mehr als überrascht zu hören, dass Tom und seine beiden Freunde mich von meinen Angelberichten her „kannten“ und sich als treue Leser outeten. Erlebnisse wie dieses bestätigen mich, meine Erfahrungen und Tipps zu unseren Angelreisen weiter auf unserer Seite zu veröffentlichen.

 

Ankunft in David mit Copa Air

 

Als wir nach etwa einer Stunde Flugzeit in David ankamen, begrüßte uns Camp Besitzer John Delacruz und auch die angekündigte 9-köpfige Gruppe aus Brasilien, die sich mit uns den Bus zum Camp teilen sollte, war angekommen. Leider entpuppte sich der große „30er Bus“ als zu klein für die 9 Brasilianer, uns und das umfangreiche Angelgepäck. Ein kurzfristig  angeforderter Pickup Truck löste das Problem.

 

Enrique Malek Airport in David  – klein aber fein

 

Die Brasilianer wollten auf dem Weg zum Camp auch noch Wein einkaufen. Im 1. Supermarkt war den Herren aus Brasilien aber das Sortiment nicht groß genug, weshalb wir einen zweiten, größeren aufsuchen mussten. Dort war die Auswahl glücklicherweise erheblich besser und nach einer Stunde konnten wir endlich unsere Fahrt fortsetzen. Die Fülle an europäischen Weinsorten im Markt war durchaus verblüffend.

 

Campbesitzer John Delacruz

 

Die Autobahn war überraschend gut ausgebaut und der Verkehr in Richtung Boca Chica eher gering. Nach etwa 30 Minuten Fahrt bogen wir nach rechts in eine kleine Seitenstraße ab, die zum Camp führte. Schmucke und weniger schmucke Häuschen säumten die schmale Straße und auch eine Polizei-Station dufte nicht fehlen.

 

 

 

 

Entlang der Straße standen immer wieder Cashew-Bäume und wir hielten an, um die frischen Früchte des Nussbaumes zu pflücken.

 

Cashew-Bäume mit Früchten

 

Diese uns gänzlich unbekannte Frucht schmeckte am besten in Wodka. Als Dank für unsere Geduld bekamen wir auch einen Drink von unseren brasilianischen Angelfreunden ab. Wir setzten die Fahrt fort und am Ende dieser Straße – die quasi ins Meer führte – lag das Panama Sport Fishing Camp.

 

PANAMA SPORT FISHING CAMP

 

 

 

Endlich da – bei strahlendem Sonnenschein und genau pünktlich zum Mittagessen kamen wir im Camp an. Einer der ersten Sätze die wir nach unserer Ankunft hörten war: „Welcome to the Camp – now the cash-free-zone starts!“ Was das genau für uns hieß, sollten wir in sehr positiver Weise erfahren. Wir haben das ja schon wiederholt erlebt, dass jeder auch noch so kleine Wunsch Zusatzkosten verursacht – hier war tatsächlich alles inklusive – egal ob Essen, Getränke oder zusätzliche Ausfahrten – alles kein Thema.

 

Team Panama 2018 – bestens gelaunt bei der Ankunft im Camp

 

Das Camp selbst war sehr zweckmäßig aufgebaut. Die überdachte Terrasse mit angeschlossenem Bootssteg bot einen wunderschönen Blick auf die Lagune. Luxuriös ist anders, aber für einen Angelurlaub war alles vorhanden. Das Camp hat halt schon ein paar Jahre auf dem Buckel und das sah man dem Gebäude teilweise auch an.

 

 

Die „Flotte“ des Camps lag direkt vor der Terrasse und konnte sich sehen lassen. Die Schnellboote, eine kleine Bertram zum Trollen und die Devocean, lagen am Steg.

 

 

 

Ein kleiner Süßwasser-Pool war auch vorhanden. Wenn auch keine „Badelandschaft“, trotzdem nett um sich ein wenig Abkühlung zu verschaffen.

 

 

Die Zimmer waren einfach, gut ausgestattet und sauber. Gewöhnungsbedürftig war jedoch, dass es im gesamten Haus keine Zimmerschlüssel gab. Es gab zwar einen kleinen Zimmersafe, aber wie gesagt – die Zimmer waren alle offen. Angeblich sei das noch nie ein Problem gewesen, was eigentlich für das Haus, die Angestellten, die Gäste und den Standort spricht.

 

 

Im Haus stehen auch noch eine Bar und ein gemütliches Eck zur Verfügung, falls das Wetter einen Aufenthalt auf der Terrasse nicht zulässt.

 

 

 

Wir bezogen unsere Zimmer und gleich im Anschluss wurde uns ein vorzügliches Mittagessen serviert. Den Nachmittag verbrachten wir entspannt mit Biertrinken und Angelzeug vorbereiten.

 

 

 

 

Reini und Gio hatten so gut wie keine Angelausrüstung im Gepäck, da Leihgerät im Preis inkludiert war. Das Leih-Angelgerät im Camp war durchaus in Ordnung. Es handelte sich um  Stickbait- und Popper-Ruten von Shimano bzw. OTI und auch bei den Rollen war von der Shimano Saragosa 20000SW bis zur Stella 18000SWA alles vorhanden. Die Rollen waren relativ frisch mit YCK-Schnüren bespult und Kleinzeug bzw. Vorfachmaterial hatten wir ja zur Genüge dabei. Also für Angler, die diese Art der Fischerei einmal ohne großartige Neuanschaffungen probieren wollen, ist das hier durchaus eine Option.

Nachdem alle Vorbereitungen für die nächsten 5 Tage abgeschlossen waren, flog ich noch einige Runden mit unserer DJI Mavic Air Drohne um das Camp. Den Versuch einen Schwarm Geier zu filmen, hätte ich beinahe schmerzlich bereut, denn die sahen unsere Drohne offenbar als Konkurrenz und fingen an sie zu jagen. Zum Glück konnte ich die Drohne aber ohne Schaden auf der Terrasse des Camps landen.

 

Panama Sport Fishing Camp  aus der Vogelperspektive

 

Am späteren Nachmittag kehrte eines der Schnellboote direkt von der Hannibal Bank zurück zum Camp. Völlig aufgekratzt und mit leuchtenden Augen erzählten die beiden Amerikaner aus New Jersey von einem unglaublichen Angeltag. Die Yellowfin Tunas hätten in den allgegenwärtigen Fishing Frencys auf alles gebissen. Egal ob Stickbait oder Popper – sie hätten beim Topwater Casting insgesamt mehr als 10 gute Tunas gefangen und viele mehr gehakt. Er zeigte mir noch einige Fotos auf seinem Handy was unsere Erwartungen für den nächsten Tag sprichwörtlich ins Unendliche steigerte.

Die erste Nacht unseres Aufenthaltes verbrachten wir im Camp. Das Abendessen, bestehend aus Lobster und Tunasteak, war wieder ein Traum. Wir nahmen noch ein paar Drinks mit John, suchten aber schon gegen 21.00 Uhr das Bettchen auf. Die lange Anreise saß uns noch in den Knochen, außerdem sollte es am nächsten Tag bereits um 05.30 Uhr losgehen.

 

 

 

TAG 1:

 

Reini und ich waren bereits um 04.30 Uhr aus den Federn. Wie angekündigt gab es pünktlich um 05.30 Uhr ein deftiges Frühstück mit Eiern, Speck und starkem Kaffee. So gestärkt schafften wir unser gesamtes Equipment zum Center-Consolen-Boot. Die gesamte Flotte an Schnellbooten sah gut aus, aber unsere Palmetto Custom mit ihren 2 x 300 PS Yamaha Außenbordern gefiel uns besonders gut.

 

 

Unser Captain Antonio – genannt Jambo – erwartete uns bereits an Bord. Nachdem alles sicher an Bord verstaut war, löste Deckhand Pocho die Leinen, wir nahmen im Bugbereich Platz und genossen die knapp 2-stündige Fahrt raus zur Hannibal Bank.

 

 

Unsere Crew – Captain Jambo und Pocho

 

 

 

Die Hannibal Bank ist riesig und anhand der kleinen 10-15 Meter langen Tuna-Trawler der heimischen Fischer kann man schön beobachten, wo sich die Tuna-Schwärme gerade aufhalten. Nachdem sonst keine konventionelle Fischerei mit großen Booten stattfand, sind die Bestände offenbar noch sehr gut intakt.

 

„Seelenverkäufer“ beim Tunafang

 

 

An unserem ersten Angeltag herrschte bestes Wetter und Windstille. Das war zwar für die Fahrt von Vorteil, jedoch angeltechnisch nicht das „gelbe vom Ei“. Wir bekamen auf unsere Topwater – Köder einfach keine Bisse. Die Tunas kamen nur ganz kurz zur Oberfläche und waren genauso schnell wieder in der Tiefe verschwunden.

 

Popping, Popping, Popping – bei Bilderbuchwetter und „Ententeich“

 

So schön unsere Popper auch „splashten“ – an diesem Tag fanden sie keine Abnehmer

 

Nach gefühlten 100 Platzwechseln fing Pocho an, während der Driften Sardinen-Stücke zu „chummen“. Also eigentlich warf er nur 3-4 Hände voll zerstückelten Sardinen in die Abdrift. Gleichzeitig bestückte er eine von den Leih-Stickbait-Ruten mit einem Circle Hook und köderte ein Sardinen-Schwanzstück an. Ohne jede Beschwerung ließ er den Köder bei offenem Rollenbügel abtreiben und hakte in weniger als 30 Sekunden den ersten Tuna unserer Reise. Pocho drückte die Rute Giovanni in die Hand, der nach kurzem Drill seinen ersten Tuna landen konnte.

 

Giovanni mit dem 1. Yellowfintuna unserer Reise

 

Der Fisch hatte ca. 20 kg und war wunderschön gefärbt. Ok, nachdem die Tunas offenbar besser auf Naturköder reagierten, änderten wir unsere Taktik. Während immer 2 von uns im Bug weiter mit Kunstködern warfen, versuchte der Rest sein Glück auf Naturköder. So bekam jeder von uns abwechselnd seinen Tuna zum Drillen. Der nächste Fisch ging an Reini, der ihn aber nach einigen Minuten an mich weitergab. Ich landete den Tuna, der etwa 30 kg auf die Waage brachte.

 

 

Yellowfin Tuna – in voller Farbenpracht

 

 

Ähnliches ereignete sich auch beim nächsten Tuna. Thomas begann den Drill des Tunas, der offenbar um einiges größer war, als die ersten Exemplare. Nach 15 Minuten übergab er mir die Rute und nach weiteren 10 Minuten lag unser gemeinsamer Tuna mit geschätzten 50 kg auf den Planken.

 

Unser Tour-Shirt – wieder ein Super-Design by Jürgen

 

Teamwork: Gemeinsam gefangen – gemeinsam präsentiert

 

Ab diesem Zeitpunkt beschlossen wir, das mitgeführte Fighting-Harness auf Wunsch des Fängers anzulegen. Damit musste auch niemand mehr seinen Fisch „aus der Hand“ geben. Außerdem stellte sich die verwendete Stickbait-Rute als äußerst ungeeignet für diese Art der Naturköderfischerei heraus. Die relativ leichte Rute konnte einfach keinen Druck auf den Tuna unter dem Boot ausüben. Die Bremse der Shimano Saragosa 20000SW ließ sich auch nicht streng genug einstellen und so verpuffte die Kraft jedes Anglers bevor der Fisch ausgedrillt war.

Für den nächsten Tag rüsteten wir für diese Zwecke auf eine Jigging Master „Three Kings special“ in PE 4-8 mit 20000er Shimano Stella FA um. Damit ging das Ganze plötzlich sehr viel einfacher von der Hand.

Der nächste Tuna war ein kleineres Exemplar, aber dann ging mit Tuna Nr. 5 wieder ein ausgesprochen guter Kämpfer an den Haken. Nach etwa 20 Minuten Drillzeit ließ ich mir auch wie vereinbart den Fighting Harness reichen. Leider ging der Tuna bei der Landung verloren, nachdem wir uns etwas zu lange mit der „GoPro Actioncam“ gespielt hatten.

 

 

 

Der Yellowfin, den Jambo auf 60-70 kg schätzte, nützte seine Chance und sprintete bei seinem Filmauftritt in Richtung Motor. Damit war das Vorfach ab und der Fisch weg. Im Grunde keine Problem, da wir ohnehin alle Tunas des Tages wieder in Freiheit entließen, trotzdem schade.

Mittlerweile war es Mittag und die 1000 Würfe und Drills bei 35 Grad samt 100% Luftfeuchtigkeit hatten uns einiges abverlangt. Wir stärkten uns mit einigen Sandwiches und frischen Früchten. Danach machten wir uns in Richtung Coiba Island auf, wo unser Mutterschiff auf uns warten sollte. Auf dem Weg zur Ankerbucht, wollten wir noch einige Würfe in Ufernähe auf Cubera, Rooster und Co. machen.

 

Coiba Island

 

Die Topwater-Erfolge sollten aber auch beim Werfen mit leichten Ruten in Ufernähe ausbleiben. Wir hatten einige wenige Anfasser aber keinen wirklichen Fischkontakt. Gegen 16.30 Uhr fing ich  schließlich doch noch einen schönen Bluefin Trevally. Im Grunde der einzige Topwater-Fisch des Tages, da ja alle Tunas auf Fischstücke gefangen wurden.

 

 

Bluefin Trevally

 

Das war aber nicht so wichtig, denn die Fauna und Flora entlang der Küste von Coiba zog uns gänzlich in ihren Bann. Die Unberührtheit der Insel – bedeckt mit dichten Regenwäldern bis zur felsigen Küste – war überwältigend.

Gegen 17.30 Uhr kamen wir schließlich an jenem Ort an, wo die Mutterschiffe ankerten. Neben „unserer“ Bertram „Mabea I“ lag auch noch die „Devocean“ – eine 78 ft. Rowley Marine – in der Bucht. Auf diesem Mutterschiff waren die 9 Brasilianer untergebracht.

 

 

Unser Ankerplatz war relativ windgeschützt und regelrecht malerisch, was uns gleich auf die Idee brachte  ins Meer zu springen um eine Runde zu schwimmen.

 

 

Davon wurde uns aber dringend wegen der Salzwasser-Krokodile und Bullenhaie abgeraten. Bei einer kurzen Rundfahrt durch die Bucht sahen wir dann tatsächlich ein Krokodil im Meer. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten wir diese Aussage ja eher wieder für eine von Johns Geschichten gehalten. Ok, somit war Baden im Meer erstmal gestrichen.

 

 

Also gingen wir an Bord der „Mabea I“, die uns für die nächsten Tage als Quartier diente. Die Mannschaft, bestehend aus Captain Tomas, Eric  und Jesus erwartete uns bereits. Die drei Männer waren für unser Wohlergehen am Mutterschiff verantwortlich.

 

Eric – Captain Tomas – Jesus

 

Die Bertram hatte zwar unserer Einschätzung nach keine 58 ft, wie ursprünglich beschrieben, aber für uns vier waren die Kabinen groß genug.

 

Bugkabine für 1-2 Personen

 

Masterkabine für 2 Personen

 

Zusatzkabine für 1-2 Personen

 

Eine der zwei Nasszellen

 

Es gab auch 2 kleine Nasszellen mit Dusche und WC. Aircondition war zwar vorhanden, aber nur für den Sitzbereich bei der Küchenzeile. Um die kühle Luft zu unseren Kabinen in den Rumpf des Schiffes zu bekommen, musste ein Ventilator herhalten. Der sorgte lautstark dafür, dass kühlere Luft weiter zu unseren Quartieren „geblasen“ wurde. Das funktionierte aber nicht schlecht und wir schliefen ganz gut in unseren Kojen. Man sah dem Boot zwar an, dass es einige Jahre auf dem Buckel hatte, aber das war für den geplanten Zweck soweit ok.

 

 

Unser Abendessen wurde auf dem Nachbar-Mutterschiff zubereitet und per Speedboat zu uns geliefert. Das Essen war immer hervorragend, aber leider zumeist lauwarm bis kalt bei der Ankunft an Bord.

 

 

Nach einigen kühlen Bierchen der Marken Panama Lager und Atlas, gönnten wir uns ein Glas Rotwein. Erfreulicherweise waren sowohl die einheimischen Biersorten, als auch der Rotwein geschmacklich vom Feinsten und außerdem gut verträglich.

 

 

Der 1. Tag auf See hinterließ Spuren, da er doch sehr anstrengend war und somit war es auch kein Wunder, dass wir uns bald in unsere Kabinen zurückzogen.

Gegen 00.00 Uhr wurde ich aus dem Schlaf gerissen, als mir „irgendwas“ ins Gesicht sprang. Im Reflex schlug mit der flachen Hand auf den „Eindringling“. Im Schein meiner Taschenlampe sah ich eine richtig große Kakerlake unter der Matratze verschwinden. Ein schwaches Herz oder eine Insektenphobie darf man bei so einer Aktion nicht haben, sonst ist es definitiv vorbei. Wäre mein Frau mit von der Partie gewesen, hätte der Urlaub exakt hier geendet! Beim Frühstück versprachen die Jungs der Besatzung sich um das Problem zu kümmern und Insektenschutz aufzusprayen. Aus meiner Kabine waren die Krabbler dann auch verschwunden. Dafür tauchten sie in der Nachbarkabine wieder auf …

 

TAG 2:

 

Ab 05.00 Uhr konnte man Jesus und Co. schon wieder in der Bordkombüse mit den Tellern klappern hören. Ein angenehmer Geruch von gebratenem Speck und Eierspeise zog sich durch den Schiffsrumpf. Nach einem Hüpfer ins Bad gab es ein opulentes Frühstück mit Eierspeise, Speck, Früchten und ausgezeichnetem Kaffee.

 

 

 

So gestärkt ging es wieder auf zur Hannibal Bank. Die Sonne im Rücken und voller Vorfreude auf das, was uns heute erwarten würde.

 

 

Da die Topwater-Angelei wieder schleppend anfing, beschlossen wir wie am Vortag, parallel mit Naturködern zu angeln. Unglaublich – wie beschrieben eine Handvoll Sardinenstücke hinter dem Boot eingeworfen und dann eine halbe Sardine mit einem Circlehook bestückt hinterher geworfen – Biss. Ganz ohne Blei und Firlefanz – einfach nur abtreiben lassen. Bei jedem Versuch biss nach wenigen Sekunden ein Tuna.

Was nun folgte war eine Serie von Drills, wobei alle Tunas in der Klasse zwischen 50 und 60 kg einzureihen waren. Wir haben den Thunfischen jede Art von Wiegeprozedur erspart, da bis auf zwei Ausnahmen zum Verzehr, alle wieder in ihr Element zurückgesetzt wurden. Aus diesem Grund beziehen sich die Fischgewichte auf die Schätzungen unseres Captains Jambo.

Der erste Tuna des Tages wurde von Thomsi gedrillt. Die Biegekurve zeigte gleich, dass hier ein guter Fisch den Köder genommen hatte.

 

 

 

 

Danach stieg Reini in den “Ring” und holte sich ebenfalls einen starken Yellowfin Tuna ins Boot.

 

Drill

 

Präsentation

 

 

Release

 

Giovanni nahm die nächste Herausforderung an und auch „sein“ Tuna gab alles an der Jigging Master 3 kings special.

 

 

 

Mein Tuna war der letzte im Reigen und fiel im Vergleich zu den anderen Tunas etwas kleiner aus.

 

 

Wir hätten weit mehr Tunas fangen können, wollten aber keine Abrisse durch gekreuzte Schnüre riskieren. Wir gingen als Team an die Sache heran, das Ganze war ja kein Wettbewerb – ein Mann drillte, ein Zweiter half ihm und die beiden Übrigen waren für Film, Foto und Technik zuständig. So war es bei uns richtig entspannt an Bord und frei von jeder Art von Stress.

Eigentlich hatten wir vereinbart nach den 4 Tunas eine kleine Mittagspause auf unserer Bertram einzulegen. Thomsi und ich meinten aber, dass vor dem Mittagessen noch „Einer“ gehen würde. Diese Entscheidung sollte sich als goldrichtig herausstellen. Wir durften Zeuge einer Feeding Frenzy werden, die uns alle geradezu „lähmte“. Was für ein episches Scenario. Dutzende Delfine hatten einen riesigen Sardinen-Baitball zusammengetrieben und fachten damit das Inferno an.

 

 

Schwärme von Fregattvögeln „fielen“ aus dem Himmel, „falteten“ sich zu „Speerspitzen“ zusammen und tauchten lautlos mitten in die Futterfisch-Schwärme. Gleichzeitig fing das Meer regelrecht an zu „kochen“, als die Tunas aus den Tiefen der See in die Sardinen preschten.

 

 

 

Wir waren alle so fasziniert, dass wir nur zusahen und keiner seinen Köder auswarf. Antonio schrie sich die Seele aus dem Leib: „Popping, Popping, Popping ….. fast!“ Langsam kamen wir wieder in die Gänge und bereits mein 1. Wurf mit einem Amegari Dzanga 185 in Sardine-Pattern wurde sofort mit einem brachialen Biss beantwortet.  Die Carpenter TBL 80/40 bog sich zum Halbkreis und der Fisch ging voll in die Bremse. Plötzlich war der Zug weg – Schnurbruch – Verdammt! Thomsi hatte unmittelbar darauf ebenfalls einen Biss und etwas mehr Glück. Er konnte einen wunderschönen YFT auf Savage Gear Freestyler landen, der aber „failhooked“ am Schwanzansatz hing.

 

 

 

Zwischenzeitlich biss noch ein YFT auf Livebait, den ich auf Thomsi´s Jigging Master 3 Kings special – custom, drillen konnte. Die leuchtenden Farben faszinierten uns immer wieder – was für majestätische Fische.

 

 

Nun war endlich Zeit für eine ausgedehnte Mittagspause. Wir waren gegen 12.00 Uhr beim Mutterschiff und blieben bis ca. 14.30 Uhr. Ein tolles Mittagsmahl mit Hühnchen und Gemüse wurde serviert und ein Kaffee zum Abschluss machte uns wieder fit für neue Taten.

 

 

Eigentlich wollten wir nur ein paar Stunden ufernah auf Rosterfish und Co.  werfen,  Captain Jambo drängte aber darauf noch einmal auf Tuna rauszufahren. Nachdem diese Fahrt nur ca. 30 Minuten in Anspruch nahm, machten wir uns auf den Weg. Wir hatten das Glück noch einige Feeding Frenzys kleineren Ausmaßes zu finden. Den Anfang machte wieder Thomsi mit einem guten Tuna auf Naturköder.

 

 

Trotz viel Pech und diversen Problemen fing ich noch auf einen Amegari Dzanga 185 in pink sardine einen richtigen runden Tuna mit ca. 70 kg. Der Drill dauerte deutlich mehr als eine halbe Stunde und meine Carpenter BLC 80/40 super cobra meisterte den Drill souverän.

 

 

 

 

Thomsi hatte parallel dazu noch einen 40er Tuna auf CB One Ozma im Drill, der wieder an der Schwanzwurzel gehakt war.

 

 

Nach meinem Popper-Tuna fuhren wir wieder zurück zum Hausboot, wo wir bei Einbruch der Dunkelheit ankamen. 70 kg pure Muskelmasse auf dem Popper-Gerät – das konnte wirklich alles – großes Suchtpotential.

Die beiden letzten Tunas waren die einzigen Fische, die wir zum Verzehr entnahmen. Gleich nach unserer Ankunft gab es Tuna-Snacks für die ganze Truppe: Sashimi – Tuna Tartar – und Sushi-Platte.

 

 

Wir schlugen uns die Bäuche voll und gingen davon aus, dass dies unser Abendessen sei. Weit gefehlt – nach 30 Minuten kamen noch frische Tuna-Steaks mit Gemüse. Die Portionen waren so groß, dass wir einiges zurückschicken mussten. Die übrigen Tuna Filets teilte sich die Crew für ihre Familien auf.

In dieser Nacht holte uns gegen 22.00 Uhr ein Tropen-Gewitter ein. Der Wind frischte extrem auf und es schüttete wie aus Kübeln. Nach ca. 2 Stunden hatte es der Sturm geschafft unseren Anker zu heben und die Mabea I trieb inklusive aller 3 mit der Bertram vertäuten Center-Konsolenboote in Richtung Ufer. Alle Mann waren die nächste Stunde damit beschäftig die Boote wieder in eine sichere Position zu bringen, damit der Anker wieder griff. Bis alles wieder halbwegs ruhig war, zeigte die Uhr bereits 01.30 Uhr. Damit wieder mal eine eher kurze Nacht, denn ab 06.30 Uhr gab es bereits Frühstück.

 

TAG 3:

 

Die Tuna-Casting-Touren hatten ihre Spuren hinterlassen. Mich plagten leichte Rückenschmerzen und damit war ich nicht allein. Die Truppe beschloss deshalb spontan nach dem Frühstück eine Runde Trolling einzulegen.

Bei der Fahrt in Richtung Hannibal Bank stoppten wir noch kurz bei einem raubenden Bonito-Schwarm. Mit den leichten Spinnruten und Tackle House Flitz – Lures hatten wir in Windeseile den Livebait-Behälter voll.

 

 

Wir starteten mit Livebait – Trolling und nachdem wir auf diese Taktik keine Bisse bekamen, wechselten wir auf verschiedene Trolling Lures (Ilander etc.). Die Ruten und Rollen waren Leihgeräte aus dem Camp. Top-Gear mit 80 lbs. Shimano-Ruten und Shimano Tiagra – Rollen.

 

 

Da sich beim Trolling weiterhin nichts rührte, genossen wir die üppige Tierwelt, die uns hier täglich begleitete.

 

 

 

Leider kehrten wir ohne Fischkontakt  gegen 13.00 Uhr zum Mutterschiff zurück. Nachdem Reini und Gio beschlossen, den Nachmittag gemütlich an Bord zu verbringen, brachen nur Thomas und ich zur nachmittäglichen Küstentour auf.

Das eher bedeckte Wetter schien für unsere Aktion perfekt zu sein. Die Pelikane auf den Felsen waren aber auch nicht sonderlich aktiv, das hätte uns zu denken geben können.

 

 

Ein Stück weiter sah uns eine Herde Kapuzineraffen bei unserem erfolglosen Unterfangen zu.

 

 

Wir warfen über Stunden die Strände und Felsformationen entlang der Küste von Coiba ab, doch im Endeffekt blieben wir mit gerade mal 2  Jacks weit unter den Erwartungen zurück. Der Gerechtigkeit halber je einen pro Angler.

 

 

 

Bei Sonnenuntergang waren wir gerade rechtzeitig zum Dinner zurück auf der Mabea I. Als Vorspeise gab es wieder Tuna-Tartar sowie Chips mit Käse und Gemüse überbacken. Alles schmeckte wie immer hervorragend. Als Hauptgang hatten wir diesmal King Prawns mit Nudeln und Sauce – ein Gedicht.

 

 

Gegen 22.00 Uhr war Nachtruhe angesagt. Es regnete in der Nacht wieder sehr heftig und ein paar Tropfen schafften es sogar durch meine Dachluke ins Bett. Zum Glück waren es nur ein paar Tropfen – also nicht weiter schlimm.

 

Tag 4:

 

Der Vormittag stand heute im Zeichen des Rooster-Fisches. Rooster standen ganz oben auf unserer Wunschliste und deshalb sollte uns Captain Jambo an unseren Zielfisch bringen. Er war aber ehrlich zu uns und sagte, dass im Moment Rooster eher schwierig zu fangen seien. Egal, wir wollten es trotzdem versuchen und so fuhren wir in östlicher Richtung entlang der Küste von Coiba.

 

 

Die See war heute erstmals etwas unruhig und auch die Sonne kam nicht wirklich raus – es blieb nebelig und verhältnismäßig kühl an diesem Morgen. An der südlichen Spitze der Insel begannen wir wieder die Felsformationen und Strände mit leichtem Gerät abzuwerfen. Anfangs lief es wieder eher zäh, aber das sollte sich ändern, als wir gegen 10.00 Uhr zu einer markant rötlich gefärbten Fels-Formation kamen. Die Felsgruppe, die in der Brandung, etwa 50 Meter vom Ufer entfernt aus dem Meer ragte, sollte unser bester Spot werden. Beim ersten Wurf bekam Thomsi einen Biss von einem „Long Tom“, der leider die gesamte Montage inkl. Köder und Vorfach mitnahm.

Dann ging es jedoch Schlag auf Schlag – Thomsi und ich fingen je einen guten Jack Crevalle und Gio verlor einen kleinen Barrakuda unmittelbar am Boot.

 

 

Auch Bonitos trieben sich vereinzelt dicht am Ufer rum und packten beherzt zu.

 

 

Es folgten noch ein paar weitere Jacks, bevor Gio endlich den Rooster – Bann brechen konnte. Der Erfolgsköder war ein Tackle House Britt 140s in pink-silber. Was für ein wunderschöner Fisch – Petri Heil!

 

Landung geglückt – Rooster Fish an Bord!

 

So sieht ein glücklicher Fänger aus

 

Unsere Serie an Jacks dauerte an und Thomsi verlor leider einen starken Fisch im Drill. Wir haben den Verdacht, dass dies ein Cubera Snapper war, denn er zerlegte den Tackle House Britt in seine Einzelteile.

 

Tackle House Britt ist nichts für Cubera Snapper …..

 

In den nächsten Stunden wurde es wieder ein wenig zäher und gegen 12.00 Uhr brachen wir ab. Auf dem Weg zum Mutterschiff erwischte uns noch ein heftiger Tropen-Regen bei voller Fahrt auf See. Was für ein Regenguss – wir waren nass bis auf die Knochen.

 

 

 

Die Stimmung an der Küste Coibas war einzigartig. Der undurchdringliche, unberührte Regenwald – verhangen im Nebel, die raue Küste mit den zerklüfteten Felsen, überall Höhlen und Felsen …. diese Ursprünglichkeit nahm jeden von uns gänzlich in seinen Bann. Was für eine Kulisse beim Fischen.

Nach dem Essen beschlossen Thomsi und ich, dass unser Rücken wieder ein paar Popper-Tunas vertragen könnte. Da das Unwetter die See etwas unruhiger gemacht hatte, fragten wir Jambo, was er von unserer Idee halte. Er war wie immer sofort dabei und wir fuhren los. Die Wellen waren diesmal ungewöhnlich hoch und deshalb mussten wir unsere Fahrtgeschwindigkeit anpassen. Nach einer knappen Stunde waren wir wieder auf der Hannibal Bank inmitten der Tuna-Boote. Wie zu erwarten, war auch hier der Wellenschlag hoch und die Standfestigkeit im Boot stark eingeschränkt. Wir fanden aber trotz der widrigen Bedingungen wieder ein paar Tuna-Schwärme und bekamen auch sofort Bisse.

Heute waren eher Schwärme mit Yellowfins zwischen 15 und 40 kg unterwegs. Ich bekam gleich beim ersten Spot einen starken Biss auf meine Carpenter TBL 80/40. Der 90 gr. Heru Skipjack Popper in blau/weiß hatte einen Interessenten gefunden. Der Fisch fühlte sich beim ersten Run stärker an, ich konnte ihn aber ziemlich schnell ans Boot führen – ca. 15 kg – netter Anfang.

 

 

Fast zugleich hakte auch Thomsi einen Yellowfin, erlitt aber leider das gleiche Schicksal wie ich zwei Tage zuvor – noch im 1. Run Abriss der Hauptschnur.

Unsere Montagen waren zu 100% gebunden und für Fische dieser Größe bedingungslos ausgelegt. Wir gingen deshalb davon aus, dass die Schnurbrüche der Hauptschnur am ehesten durch die unglaublich vielen Fische am Angelplatz verursacht wurden. Die Schwanzwurzeln der Tunas sind sehr scharf und ein Kontakt mit einer gespannten geflochtenen Leine führt mit Sicherheit zum Abriss.

Beim nächsten Spot hakte ich einen stärkeren Fisch. Ich stand im Bug und der Tuna kam schnell näher. Als ich ihn vorne am Bug vorbeiführen wollte, erwischte mich eine Welle und ich rutschte aus. Zwar konnte ich mit viel Glück die Rute halten, aber ich war regelrecht eingeklemmt und froh, dass Pocho zur Stelle war. Wieder auf den Beinen konnte ich den Fisch schnell ausdrillen und schon bald lag der Tuna im Boot.

 

 

Da es mittlerweile relativ spät war, beschlossen wir zum Mutterschiff zurückzukehren. Wie bei der Anfahrt gab es auch bei der Rückfahrt eine Salzwasser-Dusche nach der anderen. Als uns kurz vor Coiba Island nochmal ein Gewitterregen erwischte, der diesmal auch kalten Wind mit im Gepäck hatte, freuten wir uns schon sehr auf eine lauwarme Dusche an Bord und ein paar trockene Klamotten.

Der Red Snapper zum Abendessen war wieder ausgezeichnet zubereitet, aber leider kalt durch den Transport vom Nachbarschiff. Schade, aber das war eben nicht zu ändern.

 

Tag 5:

 

An unserem letzten Angeltag beschlossen wir der Uferangelei noch eine Chance zu geben. Die beiden Mutterschiffe verließen am Morgen ebenfalls unsere Ankerbucht vor Coiba Island und machten sich auf den Weg zurück zum Camp. Entlang der von beeindruckenden Vulkanfelsen gesäumten Küste versuchten wir unser Glück auf verschiedene Raubfische. Es hatte sich leider nichts geändert, die Fische waren einfach nicht da.

 

 

 

Also beschlossen wir unser Glück noch an der Secra Islands Gruppe zu versuchen. Die Inseln lagen auf dem Rückweg zum Camp und wir hatten 1 Stunde rasante Fahrt über spiegelglattes Meer vor uns.

 

Kurzer Halt auf offener See für eine Runde mit der Drohne

 

Die Secra Islands sind ebenfalls unglaublich beeindruckend schön, ursprünglich und wild. Alles voll mit Seevögeln und reichlich Vegetation auf den Vulkaninseln. Aber auch hier hatten wir kein Angelglück – ein paar Anfasser von Garfish, das war es auch schon.

 

 

 

 

 

 

Auf der Rückfahrt zur Küste blieben wir noch bei einer mächtigen Sandbank stehen, die bis knapp unter die Wasseroberfläche vom Meeresboden aufstieg. Hier konnten Thomsi und ich noch je einen guten Jack Crevalle überlisten. Damit gingen wir auch am letzten Tag nicht leer aus.

 

 

Ein Jack für Thomsi ….

 

…. und einer für mich

 

Mittlerweile war es schon 14.00 Uhr und Zeit sich in Richtung Camp aufzumachen. Auf meine Bitte hin, übergab mir unser Captain für einige Seemeilen das Steuer. Was für ein bemerkenswertes Boot – unglaublich stabile Lage und einfach zu steuern – daran könnte ich mich gewöhnen.

 

 

Als wir kurz vor 15.00 Uhr im Camp ankamen, waren die beiden Mutterschiffe schon zurück im Hafen.

 

 

 

Die Crew reinigte noch unser Angelgerät mit Süßwasser und wir trugen währenddessen das übrige Gepäck und Tackle in den Außenbereich des Restaurants. Dort packten wir bei einigen Bierchen alles  wieder ein. Die Ruten kamen gut gepolstert ins Rutenrohr und zum Dinner waren wir frei von allen Gepäcksorgen. Wir genossen wieder gegrillten Lobster, Tuna-Filet und verschiedene Beilagen – wie immer ein Traum. Eine Dusche in einem richtigen Bad tat auch mal wieder gut.

 

 

Tag 6:

 

Der Tag der Abreise war schon wieder da, unglaublich wie die Zeit verging. Unser Flug war verschoben worden, deshalb mussten wir schon gegen 06.45 Uhr das Camp verlassen um rechtzeitig am Flughafen in David zu sein. In David lief der Check in zügig und der Flug nach Panama City verlief problemlos. Wir landeten planmäßig um 10.30 Uhr am Flughafen Tucomen und die Fahrt mit dem Taxi in unser Innenstadthotel war in knapp 40 Minuten geschafft. Panama City zeigte sich bei dieser Fahrt von seiner modernen Seite mit vielen Wolkenkratzern und Glasfassaden.

 

 

Unser Hotel für die nächsten paar Tage sollte das El Panama sein. Ein schönes Hotel mitten im Zentrum, das vor allem durch seinen schönen Pool-Bereich bestach. Ein idealer Ausgangspunkt für die Touren, die wir noch machen wollten. Diesmal hatten wir noch ein paar Tage Sightseeing geplant, um Land und Leute auch abseits der Angeltouren kennenzulernen.

 

Schönste Pool-Landschaft in der City

 

Außenbereich

 

Frühstücksraum

 

Unsere Zimmer im El Panama waren geräumig und sauber. Dieses Hotel können wir mit gutem Gewissen weiterempfehlen.

 

 

 

Als Treffpunkt und für ein Gute-Nacht-Bier eignete sich die Hotelbar im „Onyx – Design“ hervorragend.

 

 

Campbetreiber John Delacruz vermittelte mir für unsere geplanten Ausflüge seinen Freund und Tourguide Alex. Der meldete sich auch kurz nach der Ankunft im Hotel und wir vereinbarten für den nächsten Morgen eine Tour zum Panama-Kanal.

Für diesen Tag gab es mal keine weiteren Pläne – einfach mal die Zimmer beziehen, ausruhen und später ein paar gemütliche Bierchen an der Hotelbar.

 

Tour 1: Panamakanal – Altstadt – Caseway of Amador:

 

Alex war um Punkt 09.00 Uhr vor dem Hotel und holte uns mit seinem blitzblanken Mercedes 550S AMG ab.

 

Tourguide Alex – kompetent und flexibel

 

Nach etwa 20 Minuten Fahrzeit trafen wir bei den Miraflores Schleusen ein. Während der Fahrt erzählte uns Alex einige sehr interessante Details zum Kanal, zur Verwaltung und zur Geschichte. Alex spricht perfekt Englisch und er sorgte dafür, dass jeder das Maß an Information bekam, das er wollte. Kompetent aber doch zurückhaltend – das war sehr angenehm auf unseren Touren.

 

 

 

Nach ein paar Fotos von der Aussichtsplattform sahen wir einen sehr informativen Film über die Geschichte des Kanals und als Abschluss folgte noch ein Rundgang durchs Museum im Besucherzentrum. Das Museum war überraschender Weise sehr modern und kurzweilig aufgebaut – ein klarer Besuchstipp.

 

 

 

Diese Loks ziehen die Ozeanriesen durch die Schleusen

 

Von dort fuhren wir direkt in die Altstadt – Casco Viejo. Dieser Stadtteil ist UNESCO-Weltkulturerbe und besticht durch die vielen engen Gassen, gesäumt mit schmucken Kolonialbauten.

 

 

 

 

Man sah leider, dass der „Zahn der Zeit“ sich tief in die Altstadt „gegraben“ hatte. Die Restaurationsarbeiten waren jedoch voll im Gange und so standen liebevoll renovierte Häuser direkt neben Ruinen, die nur durch Metallstützen vor ihrem Einsturz bewahrt wuren. Um zu verhindern, dass Gebäudeteile auf die Straßen und Gassen fallen, waren überall Schutzgerüste angebracht.

 

 

Es ist zu hoffen, dass dieser Stadtteil in einigen Jahren gänzlich im Glanz vergangener Zeiten erstrahlt. Man findet aber heute schon eine Vielzahl von trendigen Bars und Restaurants, die in den Gassen und Plätzen auf Gäste warten.

 

Der Eismann vom French Placa

 

Über eine Fußgängerbrücke ging es in Richtung French Placa und wieder zurück zum Platz vor der Kathedrale.

 

 

Da die Kathedrale leider aufgrund von Renovierungsarbeiten nicht geöffnet war, gingen wir auf ein köstliches, frisch gezapftes Bier ins Red Lion Pub. Die Mädels dort waren unglaublich aufgeweckt – Vorsicht, die wissen wie man Touristen das Geld aus der Tasche lockt.

 

 

 

Nach dem Rundgang ging es weiter zum Caseway of Amador. Dort speisten wir ausgezeichnet in einem Seafood Restaurant mit Blick auf den Yacht Club.

 

 

 

 

Bei der Rückfahrt legten wir noch einen Stopp im Red Lion Beach Club ein.

 

 

 

Zurück zum Hotel ging es durch die Vorstadt. Hier leben die Menschen doch eher in bescheidenen Verhältnissen.

 

 

 

 

 

Am Abend erkundeten wir die Umgebung ums Hotel. Unser Abendessen nahmen wir im La Strego – einem sehr gut besuchten, italienischen Top-Lokal ein, das wir auf unserem Rundgang zufällig fanden. Danach gönnten wir uns noch einen Drink in einer der vielen Bars entlang der Calle Republika de Uruguay.

 

Tour 2: Gamboa Rainforest Resort

 

Am nächsten Tag um 11.30 Uhr wurden wir wieder von Alex abgeholt und unsere Tour führte uns diesmal zum Gamboa Rainforest Resort.

 

 

Start der Tour war ein 5-Stern Hotel mit fantastischem Ausblick über die Ausläufer des Panama Kanals und die Inseln im Regenwald. Das Hotel und die riesigen Anlagen mit allen möglichen Sportangeboten erinnerten uns stark an die Urlaubsdestinationen der Amerikaner im Filmklassiker „Dirty Dancing“.

 

 

 

Der 1. Teil der Tour fand per Boot statt. Wir fuhren verschiedene Kanäle und Inseln an, wo wir neben Affen, Falken und Schildkröten auch so mach interessante Pflanze sahen.

 

 

 

 

Geoffroy-Klammeraffe

 

 

Bei Hin- und Rückfahrt fuhren wir entlang des Panama-Kanals und überholten diverse Containerschiffe.

 

 

Im 2. Teil fuhren wir mit einer Seilbahn durch die Baumwipfel des Regenwaldes bis zur Bergstation.

 

 

 

 

Dort stand nach wenigen Minuten Marsch ein Aussichtsturm, von dessen Plattform man eine unbeschreibliche Aussicht über den Regenwald und die Gewässer hat.

 

 

 

 

Wer den Turm noch sehen möchte, sollte sich beeilen, denn die Metallkonstruktion ist drauf und dran ihren Kampf gegen den Rost zu verlieren. Selbst tragende Teile zerbröselten schon sichtlich.

Der 3. Teil führte uns zum Research Center, wo ein Schmetterlingshaus, ein Bereich für Pfeilgiftfrösche und einige Käfige für Wildtiere besichtigt werden können.

 

 

Teil 1 und 2 sind sehr empfehlenswert. Der 3. Teil war leider nicht sehr schön anzusehen. Die Anlagen sind heruntergekommen und die wenigen Tiere – speziell die Ozelots – tun einem aufgrund der nicht artgerechten Haltungsbedingungen einfach nur leid.

 

AUSKLANG

 

Unseren letzten Tag in Panama City verbrachten wir entspannt am Pool und am Abend fuhren wir noch einmal in die Altstadt für ein letztes gemeinsames Abendessen.

 

 

Am 18.04.2018 traten wir unsere Heimreise an. Der Abflug erfolgte pünktlich um 19.30 Uhr und nach knapp 10 Stunden landeten wir mittags in Amsterdam. Die 5 Stunden Aufenthalt gingen relativ zügig vorbei und nach weiteren 1,5 Stunden waren wir wieder zurück in Wien.

Jürgen und Stefan erwarteten uns schon im Airport Café beim Ausgang und nach einem Begrüßungsbier ging es wieder heim zu unseren Lieben.

 

 

AUSRÜSTUNG – GESUNDHEIT – TIPPS:

 

ANGELAUSRÜSTUNG:

 

Mein Versprechen an meine liebe Frau, dass ich diesmal so gut wie nichts zusätzlich kaufen werde – musste ich nach einigen Recherchen ein wenig relativieren. Es stellte sich schnell heraus, dass meine vorhandenen GT – Topwater-Lures sowohl zu groß, als auch zu schwer für unsere Panama-Tour waren.

 

KÖDER:

 

Von den benötigten sinkenden Stickbaits in 14-17 cm mit ca. 50-100 Gramm besaßen wir alle keine nennenswerten Bestände. Auch unsere Popper waren für den Zweck großteils ungeeignet. Also war auch hier eine Bestellung von Poppern zwischen 16 und 18 cm mit 70-100 Gramm fällig.

 

Köderauswahl für Panama

 

Kompakte Stickbaits in einer Länge unter 17 cm und einem Wurfgewicht so um die 100 Gramm sind gar nicht so einfach aufzutreiben. Fündig wurden wir beispielsweise bei AMEGRI, die mit dem Lingo einen Stickbait mit 16 cm und 100 Gramm anbieten, der genau in das Beutemuster der Tunas passt. Aber auch der Bolt von SIREN oder die FCL LABO CSP in 175s und 180s passen richtig gut. Wer es etwas günstiger will, ist bei den SAVAGE GEAR Freestylern 100 oder bei den TACKLE HOUSE Britt – Modellen auch versorgt. Wir hatten aber einen Köderbruch bei einem dieser Modelle zu verzeichnen, weshalb ich die Plastik-Köder von TACKLE HOUSE nur bedingt empfehle.

Bei den Poppern lautet meine persönliche Kaufempfehlung AMEGARI. Auch wenn diese Lures überdurchschnittlich teuer sind, haben sie nicht nur ausgezeichnet gefangen sondern auch alle Bisse ohne merkliche Spuren überstanden. Man bekommt Top-Qualität für sein Geld, obwohl ein Abriss schon sehr schmerzt. Ich hatte von AMEGARI die Urpekari 190 und die Dzanga 185 dabei. Ebenso empfehlenswert und im Vergleich preislich sehr attraktiv, war die Köder-Palette von HERU. Aus dieser Köderserie haben sich sowohl die Cubera, die  Skipjack und die Tuna in 80, 90 und 100 Gramm bewährt. Es ist aber natürlich zu bemerken, dass sie vom Finish her nicht mit den AMEGARI vergleichbar sind. Nach 2-3 Tunas hatten die HERU schon heftige „Kampfspuren“.

Was auch unbedingt ins Gepäck muss, sind schlanke Tuna-Verführer wie der CB ONE Ozma und auch eine Handvoll Casting-Jigs.

In Ufernähe waren auch Modelle wie der TACKLE HOUSE Flitz bzw. die Britt 140 erfolgreich.

Bei den Farben hatten eindeutig die Kombinationen blau-silber und pink-silber die Nase vorn. Ein paar Klassiker in schwarz-silber gehören aber selbstverständlich auch ins Gepäck.

 

HAKEN:

 

Kleinere Köder benötigen natürlich auch kleinere, aber stabile Haken und Sprengringe, sowie dünnere Vorfächer im Bereich von 100-130 lbs für die Yellowfin Tuna Jagd. Bei den kleineren Drillingen ist in der Praxis oft die Haltbarkeit ein Problem. Die GAMAKATSU SP XH – Drillinge haben diese Prüfung in allen Größen – von 1/0 bis 4/0 – mit Bravour bestanden. Selbst die größten Tunas der Tour mussten sich den kleinen Drillingen geschlagen geben. Besonders gut finde ich, dass auch diese vergleichsweise kleinen Drillinge mit dem sogenannten „Magic Eye“ ausgestattet sind. Damit ist die Montage von Sprengringen einfach und ohne Beschädigung möglich. Ich habe auch diesmal wieder ausschließlich auf TIGON flat Sprengringe in 7 bis 10 mm gesetzt und sie haben mich wieder nicht enttäuscht – Top Preis/Leistung.

 

RUTEN:

 

Endlose Chats mit vielen guten und vor allem erfahrenen Anglern zum Thema Rutenwahl, brachten auch einige Widersprüche zu Tage. Während die Tuna-Skipper eher auf Tuna-Ruten mit weichen Spitzen und PE6-Schnüre setzten, waren für die „GT-Fraktion“ eher PE10 – outfits und Ruten mit ordentlich Lifting-Power die 1. Wahl.

Im Endeffekt nahm ich die goldene Mitte und setzte auf eine CARPENTER BLC 80/40 r-power super cobra – Tuna Rute in PE 6-10 und Jerry Brown hollow Schnüre in PE8. Als zweite Kombo für Tuna war eine CARPENTER TBL 80/40 PE8 mit der gleichen Schnur am Start. Es machten aber auch die JIGGING MASTER Monster Game 78 und die XZOGA Taka Pi 7710 eine gute Figur.

Bei der Uferangelei waren Ruten der Schnurklassen PE 5-6 im Gepäck. Während ich auf CARPENTER Black Current 75 mh-s (PE 4-5) und SMITH  Offshore KGS 70MH (PE 5) setzte, kamen bei Thomas eine JIGGING MASTER Power Spell GT 80 (PE 4-8) und eine BLACK HOLE NS Dark Horse Popping S794 (PE 3-6) zum Einsatz. Für die kleineren Fische an der Küste waren alle Ruten gut geeignet.

Wir hatten zwar auch kräftige Jigging-Ruten der Klasse PE 4-8 im Gepäck, aber bis auf  „missbräuchliche“ Verwendungen  beim Livebait-Angeln und Trolling, kamen sie nicht zum Einsatz. Im Endeffekt waren wir überhaupt nicht Jiggen. Da war ich froh, dass ich diesmal  nur wenige Jigs im Gepäck hatte.

 

ROLLEN:

 

Bei den Angelrollen kamen wieder ausnahmslos Rollen der Marke  Shimano Stella in den Größen 5000 bis 20000 zum Einsatz. Sowohl Rollen der 2001er FA-Serie als auch die 2008er SWA-Modelle standen im Drill „ihren Mann“.

Als Schnüre waren die bewährten JERRY BROWN hollow lines in PE 6 bis 8 auf den Rollen. Bei den kleineren Modellen fischten wir auch die YGK ultra castman ab PE 4. Aus welchen Gründen auch immer gab es diesmal bei der YGK ultra castman vermehrt Windknoten.

 

SONSTIGES ZUBEHÖR:

 

Da ich wieder Hollow-Schnüre fischte, hatte ich wie gewohnt  Casting Windon – Vorfächer von BHP-Tackle im Gepäck. Diesmal in Flourcarbon in Ausführungen von 80, 100 und 130 lbs. Die 130 lbs waren auch für die großen Tunas völlig ausreichend.

Neben den bewährten Gimbals von Jigging Master two way und Jaws hatte ich erstmals einen Glide Tackle Gimbal dabei. Die Besonderheit dieses Gimbals ist neben dem äußerst geringen Gewicht vor allem die keilförmige Vertiefung, die an die Big Game Gimbals von Black Magic erinnern. Damit wird auch in Bewegung das seitliche Verrutschen der Gimbal-Platte verhindert. Eine sehr angenehme Verbesserung – trotz der relativ hohen Anschaffungskosten eine klare Empfehlung. Der mitgelieferte Gürtel war nichts Besonderes, weshalb ich weiter den Jigging Master Premium Fighting Belt verwende. Die Kombination ist Top!

 

TIPPS:

 

Um das heikle Equipment und auch unsere Kameras vor Spitzwasser zu schützen, hatten wir 2 wasserdichte Taschen von Shimano dabei. Die Taschen lassen sich klein zusammenlegen und haben gerade mal 80 Gramm. Für diese Art der Fischerei auf kleinen Booten ein „must have“.

Ein paar Ersatz Baseball-Caps im Gepäck schaden nicht, denn bei den Fahrgeschwindigkeiten und häufigen Richtungswechseln kann es schon vorkommen, dass die eine oder andere Kappe im Meer verschwindet.

Um unser Reisegepäck zu optimieren, haben wir diesmal das Gewicht unseres Angelruten-Sondergepäckes mit ca. 23,5 kg bis auf das letzte Gramm ausgereizt. Kernstück bildete wieder ein Sportube 2 Rutenrohr, in welchem 11 Ruten problemlos und gut verpackt Platz fanden. Die Wurfköder und einige Jigs packten wir in ovale Rutenrohre von Xzoga-Ruten. Diese fixierten wir mit Klettbändern am Sporttube und das Ganze steckten wir in eine XL Schitasche für 6-8 Paar Langlaufschier. Wenn Gewicht ein Thema ist, dann kann ich diese Vorgangsweise nur empfehlen.

 

 

Die Ortlieb Duffles in 85 und 110 Liter, sowie die CabinMax-Rucksäcke gehören mittlerweile schon zur Standardausrüstung bei unseren Reisen. Mehr Optimierung bei den Reisetaschen ist kaum möglich.

 

GESUNDHEIT

 

Einige Wochen vor der Abreise checkte unser Team, ob alle Impfungen noch wirksam waren und wenn erforderlich, gab es Auffrischungen. Ein Besuch im Tropeninstitut kann wie immer bei solchen Reisen nicht schaden.

Uns wurden folgende Impfungen empfohlen:

Tetanus-Diphtherie–Pertussis, Polio, Hepatitis A+B, Typhus, Tollwut (Individual-Touristen) und Gelbfieber

Positiv überrascht war ich von der WHO-Information, dass Gelbfieber-Impfungen nicht mehr alle 10 Jahre aufgefrischt werden müssen, sondern lebenslang wirksam sind (https://www.fit-for-travel.de/news/who-aendert-impfempfehlung-fuer-gelbfieber/#).

Durch Stechmücken besteht in Panama auch die Gefahr einer Infektion mit Dengue, Chikungunya, Zika und Malaria tropica.

Es hat sich wieder gezeigt, dass Vorsorgen besser als heilen ist. Deshalb kamen wieder Hemden, Hosen und Shirts der Firma CRAGHOPPERS Nosilife mit. Gemeinsam mit einer Sprühflasche NoBite ist man vor Stechmücken hervorragend geschützt. Im Vergleich zu Madagaskar waren Stechmücken in Panama aber nur sehr vereinzelt anzutreffen. Wirklich wichtig ist Mückenschutz vor allem außerhalb der Städte. Auf unserem Mutterschiff bzw. auch im Hotel waren Mücken kein Thema, weshalb wir uns auch bei der Malaria Prophylaxe lediglich auf die Mitnahme von Malarone als „stand by“-  Medikation entschieden haben.

 

Sonnenschutz

 

Für uns Mitteleuropäer ist Sonnenschutz auf dem offenen Meer selbstverständlich ein großes Thema. Neben entsprechender Langarm-Kleidung mit integriertem Sonnenschutz, Caps und Handschuhen war auch ein „Buff“ wichtiger Bestandteil der Schutzausrüstung. Wir hatten diesmal „Gesichtsmasken“ der Firma Huk Kryptek dabei, die sich bestens bewährt hatten. Diese Masken haben einen perforierten Bereich, der das Atmen beim Tragen über Mund und Nase einfach zulässt. Die originalen „Buffs“ haben dieses Feature leider nicht und deshalb fühlen sie sich speziell im Drill unangenehm an, weil man Gefühl hat, zu wenig Luft zu bekommen.

Beim Sonnenschutz habe ich diesmal auf den Riemann P20 in Faktor 50 gesetzt. Das Auftragen mit Sprühflasche ist nur einmal am Tag erforderlich und der Schutz hält laut Hersteller 10 Stunden. Es kann zwar nicht schaden hin und wieder Gesicht und Nase nachzubehandeln, aber ich muss schon sagen, ich hatte noch nie einen besseren Sonnenschutz dabei. Nebenbei ist das Zeug hochgradig wasserfest – auch bei starkem Schwitzen. Eine klare Empfehlung für alle Angelkollegen mit etwas sensiblerem Hauttyp.

Wie wichtig Sonnenschutz in Panama ist, konnte ich gleich am ersten Tag sehen. Unser Captain schmierte sich schon in aller Frühe seinen Salzwasser-Sonnenschutz – Faktor 70 ins Gesicht. Das hatte sicher seinen Grund – die Sonne auf See ist nicht zu unterschätzen und Schatten auf einem Center-Consolen-Boot Mangelware.

 

FAZIT UNSERER REISE

 

Das Land:

 

Panama ist ein Reiseziel, das ich uneingeschränkt weiter empfehlen möchte. Wichtig ist jedoch, sich auf Land und Leute einzulassen. Die „europäische“ Erwartungshaltung sollte ein wenig zurückgeschraubt werden, dann klappt alles bestens.

Das Land ist gezeichnet von Gegensätzen – sowohl Reichtum, als auch Armut sind allgegenwärtig. Ein Sozialsystem wie wir es in Mitteleuropa kennen, gibt es nicht. Die Bevölkerung lebt von dem, was sie verdient, und die wohlhabende Oberschicht nimmt es mit dem Bezahlen der „Steuern“ offenbar nicht so genau.

Trotzdem war ich von dem Land aufgrund seiner Ursprünglichkeit und „Echtheit“ sehr beeindruckt. Wir hatten zwar keine Probleme mit der immer wieder beschriebenen Kriminalität, aber in manchen Stadtvierteln von Panama City würde ich nach Sonnenuntergang nicht spazieren gehen. Wie immer schadet es nicht, ein wenig auf sich und die Truppe zu achten.

 

Fischen:

 

Da die  pelagischen Fischarten alle mit dem Eintreffen der Sardinenschwärme in Küstennähe auftauchen, ist dieser Umstand bei der Reiseplanung zu berücksichtigen. Von März bis Mai dürfte man aber hier auf der sicheren Seite sein.

Die Bestände an Yellowfin Tuna dürften weitgehend intakt sein. Die Fischdichte auf der Hannibal Bank ist herausragend und somit liegt es eigentlich nur am Fischer, ob der Trip erfolgreich wird oder nicht. Es bleibt zu hoffen, dass die großen Fisch-Trawler dieser Region noch lange fernbleiben, um diese Fischdichte auch für die Zukunft zu erhalten.

Erfolg und Misserfolg der küstennahen Fischerei war mir nicht ganz begreiflich, aber auch hier dürften regionale Unterschiede den Ausschlag geben. Bei unserem Aufenthalt in Boca Chica waren die Erfolge eher Überschaubar, während im Bereich Pedasi sowohl Rooster als auch Cubera Snapper gut bissen. Umgekehrt lief es wiederum beim Tuna. Hier gingen in Pedasi nur kleinere Fische an den Haken und in Boca Chica wurden kaum Fische unter 40 kg gefangen. Unser Captain hat die schlechten Fangergebnisse in Ufernähe aber auch auf das Fehlen von Futterfischen in Küstennähe geschoben. Wie überall auf der Welt – wenn die Futterfische nicht da sind, fehlen auch die Räuber. Eigentlich ist das auch am anderen Ende der Welt nicht anders.

Ich würde sagen, das Potential ist nach wie vor sehr groß und Spitzenfänge sind jederzeit möglich.

 

Der Veranstalter:

 

Die Panama Sport Fishing Lodge ist seit ca. 10 Jahren im Geschäft. Eine Vielzahl großer Namen der Szene hat hier schon gefischt. Das Camp ist zweckmäßig, sauber und die Küche hervorragend. Die Speedboat-Flotte ist gut in Schuss und bringt die Angler schnell und sicher zum Fisch. Die Mutterschiffe sind ein wenig in den Jahren und das sieht man ihnen auch an. Die Crews auf diesen Schiffen sind aber rund um die Uhr bemüht, die Angler zu unterstützen. Man darf sich aber keinen großartigen Luxus erwarten und meine Frau würde ich auf unsere Mabea I nicht mitnehmen wollen.

Alles in allem ist das Paket schlüssig und für einen Angelurlaub sehr empfehlenswert. Wenn wir etwas als störend empfanden, dann die Kakerlaken am Mutterschiff. Man darf aber auch nicht vergessen, dass man in den Tropen ist und da sind diese „Mitbewohner“ fast überall ein Thema.

 

Zusammenfassung:

 

Panama ist sowohl als Angelreiseziel, als auch als Urlaubsdestination eine Reise wert. Das Land im Herzen Mittelamerikas ist von der Größe her überschaubar und bietet viele sehenswerte Ziele für Kultur und Sightseeing. Wer länger Zeit findet, dem sei auch ein Besuch in Costa Rica und/oder Kolumbien ans Herz gelegt.

Ich könnte mir durchaus vorstellen, diese Reise zu wiederholen, denn für mich blieb eine „Rechnung“ mit Roosterfish und Cubera Snapper noch offen.

 

© Wilfried Brocks 2018