AVET HX 4.2 single speed

Die AVET HX 4.2 habe ich für das schwere Naturköderangeln in Norwegen angeschafft.  Die Rolle  hat im Gegensatz zur AVET JX 6/3 2-speed nur ein einfaches und kein Zweigang-Getriebe. Die Wartung dieser Rolle gestaltet sich daher noch problemloser.

Bevor es losgeht benötigen wir noch die Explosionszeichnung, die auf der AVET Homepage zu finden ist:

http://www.avetreels.net/uploads/HX_4.2.pdf

Viele Arbeitsschritte sind ident mit der Wartung meiner AVET JX 6/3. Deshalb empfiehlt es sich durchaus beide Beiträge vor Beginn einer Wartung zu lesen.

Wir beginnen die Wartung, indem  das Gehäuse der Rolle geöffnet wird. Der dazu erforderliche Inbusschlüssel ist im Lieferumfang der Multirolle enthalten.

Zuerst den Bremshebel auf „Freespool“ und dann die Preset-Schraube (Bremsvoreinstellung) abschrauben. Im Anschluss noch die 4 Gehäuseschrauben lösen und die Rolle lässt sich in 3 handlichen Einheiten auf den Tisch legen.

Hier auf dem Bild sieht man auch schön, dass die HX Einhängeösen (sogenannte Lugs) besitzt, die man auch „umdrehen“ kann, falls sie nicht benötigt werden.

 

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Wir beginnen nun bei der Pflege des Gehäuses. Zu diesem Zweck werden die Einhängeösen, die Getriebeabdeckplatte und der Rollenfuß abgeschraubt und gründlich gereinigt.

 

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Diesmal habe ich auch die Klickereinheit (Teile-Nr.: 70 – 75)ausgebaut und neu gefettet. Das ist aber in den wenigsten Fällen nötig. Im Normalfall reichen ein paar Tropfen Öl von außen und eine Schicht CorrosionX Grease innen. Wie man sieht, habe ich das Innere des Gehäuses auch mit CorroxionX Grease behandelt.

 

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Die einzigen Salzwasserablagerungen an meiner Rolle waren unter dem Rollenfuß und unter der aufgesetzten Abdeckplatte für das Getriebe zu finden.

Deshalb gerade die Gehäuseteile gut einfetten, zuschrauben und das restliche Fett mit einem sauberen Tuch und ein paar Ohrenstäbchen entfernen.

 

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Damit ist der 1. Teil auch schon abgeschlossen und nun geht es an die Spule samt Achse.

 

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An de linken Seite der Spule befindet sich die der Kunststoffkranz der zur Klickerheinheit gehört. Den Sprengring einfach mittels Spitzzange entfernen und im Anschluss die Metallteile anständig fetten.

 

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An der rechten Seite der Spule ist die Carbon-Bremsscheibe eingeklebt. Auch hier habe ich die Carbon-Scheibe mit CAL´s Grease behandelt, wie im Beitrag „Grundsätzliches zur Rollenwartung“ beschrieben.

 

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Unmitelbar davor sitzt die Edelstahlbremsscheibe, die mit dem Zahnkranz der Rücklaufsperre mit 2 Sprengringen verbunden ist.

 

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Die beiden Sprengringe können bei Bedarf und Notwendigkeit gelöst und alle Teile gefettet werden. Hier ein paar Bilder wie die Einzelteile angeordnet sind.

 

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Jetzt zur Achse: Die Anordnung der Kleinteile ist auf den folgenden Fotos gut zu erkennen. Weiters sieht man, dass ich (die teilweise nur einseitig angebrachten) Kunststoff-Abdeckungen der Kugellager entfernt habe.

 

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Originale Anordnung:    (())

 

Die offenen Lager habe ich mit ReelX Grease Soft geschmiert.

 

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Die Rollen laufen damit „satter“, was dem Einsatzzweck in Norwegen besser entspricht.

Nachdem alles wieder zusammengesetzt ist, haben wir schon den 2. Teil der Wartung erledigt und wir können uns dem Getriebeteil zuwenden.

 

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Zuerst vorsichtig den Sprengring  (Teile-Nr: 26) vom Verbindungsarm (Teile-Nr: 25) lösen und abziehen. Auf die Stellung der Drahtenden achten, damit beim Zusammenbau nichts schief geht. Der Verbindungsarm kann jetzt zur Seite geklappt und durch lösen der 2 kleinen Schrauben auch entfernt werden.

 

VORSICHT FEHLERQUELLE:

Der kleine Haken – Teile-Nr. 43 – mit der Bezeichnung „Dog“ (Pfeil) dient dazu, dass die Rücklaufsperre einrastet. Dieser Bauteil lässt sich sowohl „gerade“ als auch „verkehrt“ einbauen. Optisch ist der Unterschied so gut wie nicht zu erkennen. Wenn der „Dog“ aber nicht richtig eingesetzt wird, „springt“ er über das Zahnrad der Rücklaufsperre und macht sie unwirksam. Die Rolle ist so fast nicht zu verwenden und das Problem zeigt sich erst nachdem die Rolle wieder ganz zusammengeschraubt ist. Also Die Originalstellung unbedingt fotografieren, damit beim Zusammenbau nichts passiert. Dieses Problem hat mich fast zur Verzweiflung getrieben – Danke an Ralph Baehr von Avet.de – für diesen Tipp.

 

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Jetzt das Gehäuse umdrehen und die Kurbel lösen. Dazu die Schraubensicherung (Teile-Nr.: 62 und 63)  und dann die Hauptschraube (Teile-Nr.: 61) lösen. Die gesamten Teile wie  auf dem nächsten Foto ersichtlich auseinandernehmen.

 

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Hier noch ein Detail der Abdeckung zum Kugellager, damit der Rand auch beim Zusammenbau wieder richtig sitzt.

 

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Das große Getrieberad samt Achse lässt sich jetzt nach unten rausziehen.

 

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Jetzt ist nur mehr ein Kugellager und das kleine Stabgetriebe (Teile-Nr.: 22) im Gehäuse. Auch diese beiden Teile einfach rausziehen.

 

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Den außen liegenden Kranz, also die Führung des Bremshebels noch abschrauben und auch alle Teile und schrauben neu fetten.

 

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Jetzt kommt noch der Bremshebel in all seinen Einzelteilen dran.

 

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Wer jetzt noch die 100% erreichen will, der fettet auch noch die Teile der Kurbel.

 

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Die Kunststoffabdeckungen der Kugellager im Rollen-Gehäuse habe ich nach dem neu einfetten mit ReelX Grease Soft wieder eingesetzt. Die Lager sind nach außen hin nicht zusätzlich mit Dichtungen gegen Salzwassereintritt geschützt, deshalb bleiben die Abdeckungen drauf. Wie schon erwähnt habe ich aber im Gegensatz dazu die teils nur einseitig vorhandenen Abdeckungen der 3 Kugellager auf der Achse gänzlich entfernt.

Nachdem alle innen liegenden Gehäuseflächen und auch alle Schrauben mit CorrosionX Grease und die Getriebeteile mit ReelX Grease Soft behandelt wurden, habe ich die Rolle in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammengebaut.

Das war´s auch schon und die Rolle ist für den nächsten Einsatz bestens gerüstet.

Viel Spaß und Erfolg beim Nachmachen!

© Wilfried Brocks